25 Februar 2013
10 Februar 2013
29 Januar 2013
28 Januar 2013
13 August 2012
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„Euripides war für mich weniger Vorlage als Motiv. Ich habe einzelne Textzeilen genommen und sie dann in meinen Songs verwendet. Die Frage ist doch: was kann ich von dem Drama - nach der Übersetzung und mit dem historischen Abstand - überhaupt noch verstehen? Für mich sind diese Texte Darstellung ganz grundlegender menschlicher Situationen - versetzt in eine Götter-Gesellschaft.“ ,Godess Eyes I‘, ein Duett mit der Elektronik, ist das Lamento einer Göttin, die nicht mehr weinen kann: „I can see you but my eyes are not allowed to cry“. „Was mich daran fasziniert hat, war diese Kaskade der Verzweiflung; es gibt keine Auswege, alles ist bestimmt, wie in einem Tableau.“
Eine Euripides-Übersetzung von Anne Carson, einer ihrer Lehrerinnen an der Kunsthochschule, brachte sie auf die griechischen Tragödie ,Der bekränzte Hippolytos‘ - uraufgeführt während der Dionysien, 428 v. Chr.. Die Ekstase der Dionysien, die quasi-religiöse Erfahrung in der Musik, die Entfernung von sich selbst im Mythos: einigermaßen aufgeladen. Wo der Umgang mit so etwas in esoterische Gräben abrutschen kann, zeigt Julia Holter ein Talent zur Kontextualisierung in der Pop-Sphäre. „Ich habe mich nicht eingehend mit philosophischer Theorie beschäftigt. Es ist mehr ein Gefühl, was die Texte und Begriffe für mich bedeuten: ekstatische Momente, sowohl im positiven wie negativen Sinne. Sich von sich selbst entfernen, sich herausfordern, jemand anderes werden: das alles war für mein Selbstverständnis als Perfomerin, als Musikerin wesentlich. Ich bin nicht gut darin, mit meinem Publikum zu reden - dann falle ich aus meiner Rolle. Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich außer mir.“
Holter hat Komposition und Klavier am California Institute of the Arts studiert. Während ihres Studiums verbrachte sie allerdings mehr Zeit zu Hause als an der Universität, um sich ihren Projekten zu widmen. „Dort ging es um Virtuosität; das hat mich erst eingeschüchtert und war mir persönlich nicht so wichtig. Die Kompositionsstudenten haben die meisten Freiräume und wenige Prüfungen, also habe ich zu Hause gelesen und mich mit meinen Aufnahmen beschäftigt.“ Die beiden in den letzen Jahren veröffentlichten Alben ,Tragedy‘ und ,Ekstasis‘ sind das Ergebnis aus fünf Jahren Arbeit - ein epischer Liederzyklus mit Synths.
„Ich wollte die einzelnen Aufnahmespuren ineineinander ziehen.“ Die Methode, sie nennt es clouding over, hinterlässt immer Lücken in der Musik: jedes Sample, jeder Sound bleibt hörbar, „jeder Moment ist gleich wichtig“. Die Polyphonie, Hall- und Echoeffekte auf den Stimmen und Instrumenten bauen gotische Kathedralen. Holter hat sich währendes des Studiums in Californien mit Musiktheorie des Mittelalters auseinander gesetzt - „Ich kann nicht sagen, wie ich und meine Musik direkt davon beinflusst sind, aber man lernt, wie Harmonien entstehen, wie Stimmen miteinander funktionieren oder gegeneinander stehen und ich kann Melodien transkribieren und sammeln.“ - aber die Songs bleiben nicht vergeistigt, sondern sind auch Popmusik. Später am Abend auf der Bühne: sie wirkt offensichtlich abwesend, die Musik nicht. Holters minimalistische Melodien bekommen zum Ende der Songs einen unkontrollierbaren Sog - ,This is Ekstasis‘.
Fotos: Anna Sofie Hartmann
auch bei OPAK
31 Mai 2012
'Written on a TRS-80 Color Computer in the early 1980's, this is one of
VIR-AND's earliest demonstrations of digital sound, one that contains
only 26 bytes and led to the discovery of omni-musical numbers such as
0.12345678910111213... which predict all future sounds within a known
mersenne prime number of digits. In plain english, if you can do long division, you can calculate any and all digital sounds for free.'
27 Mai 2012
'Here, Halo's relationship with modern technology, right down to the instruments and tools with which she makes music, is revealed to be ambiguous at the best of times. At worst their shared space is fraught, anxious, insecure. That tension is present in her lyrics, which present a relationship in the context of communications technology and the art/science interface (see 'Tumour's "caught behind a wall of tears / Distorted liquid image of you / The signal keeps cutting out but one thing is clear / Nothing grows in my heart, there is no one here"). But it's most clearly articulated musically, through the ever-changing relationship between her voice and the synthetic music that surrounds it. Throughout the album's length - even across a single three-minute track - they flirt with one another, often circling at a comfortable distance but at other times pulling away hard, wrenching outward into uncomfortable dissonances.'
Rory Gibb of The Quietus on Laurel Halo's 'Quarantine.
10 Mai 2012
I'm going to spend the week-end at this workshop near Hamburg: an event organized by the research network 'Sound in Media Culture' which I'm currently working for.
How do new technologies shape the way we conceptualize, produce, and listen to sound? How do these new sound practices affect notions like instrument, performance, and playing? Together with the British sound researchers Steve Goodman („Sonic Warfare“, 2009) and Julian Henriques („Sonic Bodies“, 2011), we want to focus on the interrelationship between sound technologies, sound practices, and sound theories. A panel discussion with Mark Butler („Unlocking the Groove“, 2006) and Paul Théberge („Any Sound You Can Imagine“, 1997) follows.
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